Stammzellentherapie bei Knorpel- und Gelenkschäden
Behandlungen
Bei der Stammzellentherapie, auch als SVF-Therapie bezeichnet, wird körpereigenes Fettgewebe entnommen, mittels Zentrifugation aufbereitet und die daraus gewonnenen regenerativen Zellen (stromale vaskuläre Fraktion, SVF) werden in das betroffene Gelenk injiziert. Sie kann bei ausgewählten Knorpel- und Gelenkerkrankungen als regenerative Behandlungsoption geprüft werden. Ob die Therapie sinnvoll ist, hängt unter anderem vom betroffenen Gelenk, dem Ausmaß des Schadens und dem individuellen Befund ab. Die wissenschaftliche Evidenz ist dabei je nach Erkrankung, Zelltyp und angewendetem Verfahren unterschiedlich. Eine genaue Untersuchung und Diagnostik sind daher Voraussetzung für eine seriöse Therapieentscheidung.
Dr. Gregor Pittl beurteilt, ob eine Stammzellentherapie für den individuellen Befund infrage kommt und welches Therapieziel realistisch ist. Die Stammzellentherapie ist eine privat zu tragende Selbstzahlerleistung.

Dr. Gregor Pittl
Facharzt für Orthopädie, orthopädische Chirurgie und Traumatologie

Bei welchen Erkrankungen kann eine Stammzellentherapie infrage kommen?
Eine Stammzellentherapie kann bei ausgewählten Erkrankungen des Bewegungsapparates als regenerative Behandlungsoption geprüft werden. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt immer von der konkreten Diagnose, dem Zustand des betroffenen Gewebes und der individuellen Ausgangssituation ab.
Knorpelschäden
Bei bestimmten Knorpelschäden kann eine regenerative Therapie als mögliche Behandlungsoption in Betracht gezogen werden. Wenn Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten erfahren möchten, finden Sie weitere Informationen auf unserer Seite Knorpelschaden.
Gelenkverschleiß und degenerative Veränderungen
Bei ausgewählten degenerativen Gelenkerkrankungen wird der Einsatz zellbasierter Therapien wissenschaftlich untersucht. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 wertete 17 randomisierte Studien mit insgesamt 972 Patienten in den Zelltherapiegruppen und 651 Patienten in den Kontrollgruppen aus. Die verwendeten Zelltypen und Verfahren unterschieden sich jedoch deutlich. Die Ergebnisse sind daher nicht automatisch auf jede Stammzellentherapie und jede Erkrankung übertragbar. Zur systematischen Übersichtsarbeit.
Die aktuelle Cochrane-Übersicht von 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass Stammzell-Injektionen bei Kniearthrose Schmerzen und Funktion möglicherweise leicht verbessern können. Die Sicherheit der Evidenz wird jedoch als niedrig eingeschätzt, und die Auswirkungen auf die strukturelle Entwicklung der Arthrose sind weiterhin unklar.
Wann kann eine Stammzellentherapie sinnvoll sein?
Eine Stammzellentherapie kann als Behandlungsoption geprüft werden, wenn Beschwerden durch einen bestimmten Knorpel- oder Gelenkschaden verursacht werden und die individuellen Voraussetzungen für eine regenerative Therapie gegeben sind.
Ob die Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem ab von:
- der genauen Diagnose
- dem Ausmaß und der Art des Gewebeschadens
- dem betroffenen Gelenk
- der Dauer und Stärke der Beschwerden
- bisherigen Behandlungen
- dem allgemeinen Gesundheitszustand
- den individuellen Erwartungen an die Behandlung
Die österreichische Gesundheitsinformation zur Behandlung der Kniearthrose beschreibt regenerative Verfahren als einen Bereich, in dem unter anderem Stamm- oder Knorpelzellen eingesetzt werden können. Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt jedoch von der konkreten Diagnose und dem individuellen Befund ab.
Auch die AWMF-S3-Leitlinie zur Gonarthrose zeigt, dass die Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen anhand des individuellen Befundes und verschiedener Therapieoptionen beurteilt werden muss. Nicht jeder Patient mit Arthrose oder einem Knorpelschaden ist automatisch für eine Stammzellentherapie geeignet.
Ablauf
Untersuchung und Erstgespräch
Am Beginn stehen ein ausführliches Gespräch und eine orthopädische Untersuchung. Dabei werden die Beschwerden, ihre Entwicklung, bisherige Behandlungen und die individuellen Belastungen besprochen.
Diagnose und Befund
Für eine seriöse Therapieentscheidung muss die Ursache der Beschwerden möglichst genau bekannt sein. Je nach Fragestellung werden vorhandene Befunde beurteilt und gegebenenfalls weitere diagnostische Untersuchungen veranlasst. Die AWMF-S3-Leitlinie zur Gonarthrose betont die Bedeutung einer individuellen diagnostischen und therapeutischen Beurteilung bei degenerativen Gelenkerkrankungen.
Individuelle Eignungsprüfung
Auf Grundlage der Diagnose wird geprüft, ob eine Stammzellentherapie für den individuellen Befund medizinisch infrage kommt. Dabei werden auch mögliche Alternativen, die vorhandene wissenschaftliche Evidenz und die Grenzen der Behandlung berücksichtigt. Gerade weil sich die untersuchten Zelltypen und Verfahren in den wissenschaftlichen Studien deutlich unterscheiden, lassen sich Ergebnisse nicht pauschal auf jede Stammzellentherapie übertragen. Die Cochrane-Übersicht zur Stammzelltherapie bei Kniearthrose bewertet die aktuelle Evidenz deshalb als teilweise unsicher.
Individuelle Therapieplanung
Wenn die Voraussetzungen für eine Behandlung gegeben sind, wird das weitere Vorgehen individuell geplant. Das konkrete Verfahren, das Therapieziel und die Nachsorge richten sich nach der jeweiligen Erkrankung und der persönlichen Situation.
Einblick in die Funktionsweise
Die Behandlung nutzt die sogenannte stromale vaskuläre Fraktion (SVF) aus körpereigenem Fettgewebe. Der Ablauf umfasst in der Regel drei Schritte:
- Entnahme: Unter örtlicher Betäubung entnimmt Dr. Pittl eine kleine Menge Fettgewebe, meist aus Bauch, Hüfte oder Oberschenkel.
- Aufbereitung: Das Fettgewebe wird in einem speziellen Zentrifugationsverfahren aufbereitet. Dabei werden die regenerativen Zellen (SVF) von den übrigen Bestandteilen getrennt.
- Injektion: Die gewonnene SVF wird in das betroffene Gelenk injiziert, um den körpereigenen Regenerationsprozess zu unterstützen.
Der Eingriff erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung.
Behandlung und Nachsorge
Nach der Behandlung wird der weitere Verlauf kontrolliert. In der Regel ist eine Behandlung ausreichend. Je nach Erkrankung können eine angepasste Belastung, Physiotherapie oder weitere begleitende Maßnahmen Teil der Nachsorge sein.
Kombination mit Eigenbluttherapie (ACP)
Je nach Befund kann die Stammzellentherapie mit einer Eigenbluttherapie (ACP) kombiniert werden. Beide Verfahren nutzen körpereigene Ressourcen, um die Geweberegeneration zu unterstützen. Ob eine Kombination sinnvoll ist, wird im Rahmen der individuellen Untersuchung geprüft. Mehr zur Eigenbluttherapie (ACP) erfahren Sie auf unserer Seite Eigenbluttherapie (ACP).

Risiken und Grenzen der Stammzellentherapie
Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es auch bei einer Stammzellentherapie mögliche Risiken und Grenzen. Diese hängen vom konkreten Verfahren, der behandelten Körperregion und der individuellen medizinischen Situation ab.
Die aktuelle Cochrane-Übersicht zu Stammzell-Injektionen bei Kniearthrose weist darauf hin, dass die Daten zur Sicherheit weiterhin unsicher sind. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden in den untersuchten Studien zwar selten berichtet, die langfristigen Auswirkungen sind jedoch nicht vollständig geklärt.
Eine Stammzellentherapie kann keine bestimmte Verbesserung oder Heilung garantieren. Auch die Auswirkungen auf die strukturelle Entwicklung der Kniearthrose werden in der aktuellen Evidenz als unklar bewertet. Die möglichen Vorteile, Risiken und Alternativen sollten daher vor einer Behandlung individuell besprochen werden.
Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Ordination.
Dr. Gregor Pittl
Ist eine Stammzellentherapie für Sie geeignet?
Ob eine Stammzellentherapie für Ihre Beschwerden infrage kommt, kann erst nach einer individuellen Untersuchung und Beurteilung des Befundes entschieden werden.
Vereinbaren Sie einen Termin zur persönlichen Abklärung.

Häufig gestellte Fragen
Bei welchen Erkrankungen kann eine Stammzellentherapie eingesetzt werden?
Eine Stammzellentherapie kann bei ausgewählten Erkrankungen des Bewegungsapparates als Behandlungsoption geprüft werden. Ob sie sinnvoll ist, hängt von der konkreten Diagnose, dem Zustand des betroffenen Gewebes und der individuellen medizinischen Situation ab.
Ist eine Stammzellentherapie für jeden Patienten geeignet?
Nein. Nicht jeder Patient mit einem Knorpelschaden, Gelenkverschleiß oder einer anderen orthopädischen Erkrankung ist automatisch für eine Stammzellentherapie geeignet. Die Eignung muss anhand der Diagnose und des individuellen Befundes geprüft werden.
Kann eine Stammzellentherapie eine Operation ersetzen?
Das hängt vom individuellen Befund ab. In bestimmten Situationen kann eine regenerative Behandlung eine mögliche konservative Behandlungsoption darstellen. Ob dadurch eine Operation vermieden oder hinausgezögert werden kann, lässt sich nicht allgemein vorhersagen.
Kann eine Stammzellentherapie einen Knorpelschaden heilen?
Eine vollständige Heilung oder Wiederherstellung von Knorpel kann nicht pauschal garantiert werden. Die möglichen Behandlungsergebnisse hängen unter anderem vom verwendeten Verfahren, der Art und dem Ausmaß des Knorpelschadens sowie den individuellen Voraussetzungen ab.
Was ist eine Stammzellentherapie?
Eine Stammzellentherapie ist eine regenerative Behandlung, bei der je nach Verfahren Zellen oder Zellbestandteile eingesetzt werden, um körpereigene Regenerationsprozesse zu unterstützen. Die konkrete Methode und ihre wissenschaftliche Evidenz hängen vom jeweiligen Verfahren und der behandelten Erkrankung ab.
Welche Risiken hat eine Stammzellentherapie?
Mögliche Risiken hängen vom konkreten Verfahren ab. Dazu können unter anderem vorübergehende Schmerzen, Schwellungen, Blutungen, Entzündungen oder Infektionen gehören. Auch ein unzureichendes Ansprechen auf die Behandlung ist möglich.
Wie läuft eine Stammzellentherapie ab?
Vor der Behandlung stehen eine genaue Untersuchung und die Beurteilung der Diagnose. Anschließend wird geprüft, ob die Therapie geeignet ist. Das konkrete Verfahren, die Behandlung und die Nachsorge werden individuell geplant.

