Es werden vier Schweregrade: Bei Grad 1 ist die Knorpeloberfläche lediglich aufgeraut, bei Grad 4 ist sie bis auf den darunterliegenden Knochen abgetragen. Der Schweregrad wird meist erst im Rahmen der bildgebenden Diagnostik oder einer Gelenkspiegelung festgestellt und ist für die Wahl der Behandlung mitentscheidend.
Knorpelschaden
Symptome
Ein Knorpelschaden (medizinisch Chondropathie) ist eine Schädigung des Gelenkknorpels, die durch Abnutzung, Fehlbelastung oder eine Verletzung entstehen kann. Typische Anzeichen sind Belastungsschmerzen, Steifigkeit nach Ruhephasen, Schwellungen oder ein spürbares Reiben im Gelenk. Besonders häufig ist das Knie betroffen, prinzipiell kann jedoch jedes Gelenk Schaden nehmen. Wie ausgeprägt sie ist, wird in vier Schweregraden eingeteilt und hängt von Lokalisation, Ursache und individuellem Befund ab. Bleibt sie unbehandelt, kann sich das Risiko für eine spätere Arthrose erhöhen, daher ist eine frühzeitige orthopädische Abklärung sinnvoll. Je nach Schweregrad (1–4) ermittelt Dr. Gregor Pittl die exakte Ursache und stellt die für Sie optimal passende Behandlungsmethode zusammen.

Dr. Gregor Pittl
Facharzt für Orthopädie, orthopädische Chirurgie und Traumatologie

Was versteht man unter Knorpelschaden in der Orthopädie?
Ursache
Unter einem Knorpelschaden versteht man eine Beeinträchtigung der Gelenkfläche, die von leichten Oberflächenveränderungen bis hin zu tiefen Knorpeldefekten reicht. Er kann sowohl durch eine akute Verletzung als auch schleichend durch Abnutzung entstehen.
Zu den häufigsten Ursachen zählen akute Verletzungen wie ein Verdreh- oder Anpralltrauma beim Sport, eine wiederholte, starke Beanspruchung des Gelenks durch berufliche Belastung oder Sport, Gelenkfehlstellungen, die den Knorpel einseitig belasten, Übergewicht in Kombination mit einem bewegungsarmen Lebensstil, erblich bedingte Faktoren sowie ein Folgezustand nach Gelenkoperationen oder wiederholten Gelenkentzündungen.
Laut einer Auswertung des Patientenportals der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie berichteten 59 % der Betroffenen eine akut-traumatische Ursache, bei 41 % entstand der Schaden graduell ohne erkennbares Trauma, am häufigsten im Zusammenhang mit Fuß- oder Handball. Quelle: Orthinform (DGOU) – Knorpelverletzungen.
Betroffen ist am häufigsten das Kniegelenk (auch als Chondromalazie oder Chondropathia patellae bekannt, wenn die Rückfläche der Kniescheibe betroffen ist), grundsätzlich kann aber auch Hüfte, Schulter, Sprunggelenk oder Ellenbogen eine solche Schädigung entwickeln.

Schweregrade
Symptome & Behandlung
Symptome
Ein Knorpelschaden macht sich häufig durch folgende Anzeichen bemerkbar:
- Schmerzen bei und nach Belastung, die in Ruhe nachlassen
- Anlaufschmerz und Steifigkeit nach längeren Ruhephasen, etwa morgens
- Gelegentliche Schwellungen durch einen Gelenkerguss
- Ein Reibe-, Knirsch- oder Blockierungsgefühl im Gelenk
- Bei einem fortgeschrittenen Befund: Schmerzen, die auch unabhängig von Belastung auftreten
Wie läuft die Abklärung eines Knorpelschadens ab?
Behandlung
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Dr. Pittl bespricht die Beschwerden, ihre Entwicklung, bisherige Verletzungen und die individuelle Belastung im Alltag oder Sport.
- Bildgebende Diagnostik: Ein Röntgenbild gibt Aufschluss über die knöcherne Situation und den Gelenkspalt. Eine MRT-Untersuchung zeigt den Zustand des Knorpels meist deutlich genauer.
- Einordnung des Schweregrads: Anhand der Bildgebung, welche teils durch eine Gelenkspiegelung ergänzt wird, kann der Befund einem der vier Schweregrade zugeordnet werden.
- Individuelle Therapieentscheidung: Je nach Ergebnis kommen konservative Maßnahmen wie Physiotherapie und Belastungsanpassung oder, bei ausgewählten Fällen, eine regenerative Behandlungsoption wie die Stammzellentherapie infrage, die den körpereigenen Knorpelaufbau unterstützen soll. Auch eine Kombination mit einer Eigenbluttherapie (ACP) kann im Einzelfall sinnvoll sein.

Behandlungsansätze
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vom Schweregrad, der Lokalisation und dem individuellen Befund ab:
- Bei einem leichten bis mittelschweren Knorpelschaden reichen häufig konservative Maßnahmen wie Physiotherapie oder eine angepasste Belastung aus.
- Bei ausgewählten Knorpelschäden bietet die regenerative Stammzellentherapie eine innovative Möglichkeit, Schmerzen zu lindern und die natürliche Gelenkfunktion zu unterstützen: Dabei wird körpereigenes Fettgewebe entnommen, mittels Zentrifugation aufbereitet und die daraus gewonnene stromale vaskuläre Fraktion (SVF) in das betroffene Gelenk injiziert. Im Vergleich zu einem größeren operativen Eingriff bietet dieser Ansatz einige praktische Vorteile: Das Verfahren ist minimalinvasiv, erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung, nutzt ausschließlich körpereigenes Material, und in der Regel ist eine einzelne Behandlung ausreichend. Je nach Befund kann außerdem eine Kombination mit einer Eigenbluttherapie (ACP) sinnvoll sein, um den Heilungsprozess zusätzlich zu unterstützen. Ob die Stammzellentherapie im individuellen Fall infrage kommt, hängt vom Ausmaß des Knorpelschadens und der vorliegenden wissenschaftlichen Evidenz ab, die je nach Studie, Zelltyp und Verfahren unterschiedlich ist und sich nicht pauschal auf jeden Knorpelschaden übertragen lässt. Die Behandlung ersetzt keine Operation, wenn diese medizinisch angezeigt ist, und ist eine privat zu tragende Selbstzahlerleistung. Mehr zu Ablauf, Evidenz und Grenzen der Stammzellentherapie erfahren Sie auf der Stammzellentherapie-Seite.
- ACP Eigenbluttherapie: Ein weiteres biologisches Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden ist die Eigenbluttherapie. Dabei setzen konzentrierte Thrombozyten (Blutplättchen) aus dem eigenen Blut Wachstumsfaktoren frei, die Reizungen lindern und den Zellstoffwechsel im Gelenk stimulieren.
- Operative Verfahren: Wenn konservative und biologische Maßnahmen nicht ausreichen oder ein tief liegender, lokaler Defekt (Grad 3–4) vorliegt, kommen meist schonende Schlüsselloch-Eingriffe (Arthroskopie) zum Einsatz.
Ihr Spezialist für Knorpelschäden & Knorpelregeneration in Innsbruck
Dr. Gregor Pittl
Ob es sich bei Ihren Beschwerden um einen Knorpelschaden handelt und welche Behandlung sinnvoll ist, kann erst nach einer individuellen Untersuchung beurteilt werden.
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Häufig gestellte Fragen
Wie macht sich ein Knorpelschaden bemerkbar?
Typisch sind Schmerzen bei und nach Belastung, ein Anlaufschmerz nach Ruhephasen, gelegentliche Schwellungen sowie ein Reibe- oder Blockierungsgefühl im Gelenk. Wie stark die Beschwerden ausfallen, hängt vom Schweregrad und der Lokalisation ab.
Was ist ein Knorpelschaden und wie unterscheidet er sich von Arthrose?
Ein Knorpelschaden ist ein örtlich begrenzter Defekt in der schützenden Knorpelschicht, der häufig auch bei jüngeren, aktiven Menschen auftritt. Die Arthrose hingegen beschreibt einen weitverbreiteten, meist flächigen Verschleiß des gesamten Gelenks. Kurz: Ein Knorpelschaden ist nicht automatisch eine Arthrose, unbehandelt kann es sich jedoch eine solche entwickeln.
Kann sich ein Knorpelschaden von selbst zurückbilden?
Knorpelgewebe verfügt nur über eine sehr begrenzte Fähigkeit zur Selbstheilung, da es kaum durchblutet ist. Ein leichter Befund kann durch Entlastung und angepasstes Training stabil bleiben, eine vollständige Ausheilung ohne Behandlung ist jedoch nicht die Regel. Eine individuelle Untersuchung zeigt, was im konkreten Fall realistisch ist.
Kann eine Stammzellentherapie einen Knorpelschaden heilen?
Eine vollständige Heilung oder Wiederherstellung von Knorpel kann nicht pauschal garantiert werden. Die möglichen Behandlungsergebnisse hängen unter anderem vom verwendeten Verfahren, der Art und dem Ausmaß des Knorpelschadens sowie den individuellen Voraussetzungen ab.
Wann muss ein Knorpelschaden operiert werden?
Nicht jeder Befund muss operiert werden. Eine Operation wird in der Regel erst dann erwogen, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder der Schaden weit fortgeschritten ist (meist Grad 3-4). Ob das im individuellen Fall zutrifft, lässt sich erst nach genauer Diagnostik beurteilen.

